Gerade gibt es ja nur zwei Fraktionen in der Blogosphäre: Die, die den Jahresrückblick kategorisch ablehnen oder die, die sich dem Gruppenzwang fügen. Zu letzteren gehöre ich, denn wie zimtsternin treffend formulierte, ist der Gedanke, mit dem Blick auf einen Artikel das Jahr Revue passieren lassen zu können, ziemlich verlockend. Und die WordPress-Funktion, auf bereits bestehende Inhalte verlinken zu können, ist mir dabei nützlich.
Januar
Eigentlich die komplette erste Jahreshälfte war geprägt von meinem Auslandsaufenthalt in Finnland, worüber ich auch ein Interview geben durfte.
Februar
Der Februar brachte eine neue Leidenschaft in mein Leben: Eine Nikon und damit verbunden die Liebe zur digitalen Speigelreflex-Fotografie. Bei -40°C versuchte ich verzweifelt, die Aurora borealis zu fotografieren, scheiterte aufgrund mangelnden Stativs jedoch kläglich.
März
Im März entstand voller Euphorie die Idee zu einer Domain utestattplastik.de, die bis heute noch vor sich hindümpelt.
April
Im April eröffnete ich, ebenso voller Euphorie, diese Subdomain.
Mai
Ich schrieb einen Artikel über einen Google Plus Werbespot. Wenn ich mir den heute durchlese, muss ich nur schmunzeln. Rückblickend betrachtet finde ich, dass der Spot irgendwie schon toll gezeigt hat, wo Google hin will und ließ es uns dann auch im folgenden Monat wissen:
Juni
Der erste Juni war der Tag, an dem ich mich bei Google Plus anmeldete – der Hype war groß. Mittlerweile ist der Hype vergangen, aber nach einer Pause habe ich jetzt – zumindest für mich persönlich – herausgefunden, wofür Google Plus gemacht zu sein scheint: Um Neuigkeiten zu teilen, die vor allem das eigene Berufsfeld betreffen oder für ein bisschen Nerdkram, den auf Facebook nur die Hälfte verstehen würde. Vergleiche ich meine beiden Newsfeeds miteinander, erscheinen mir die Artikel, die auf Facebook verlinkt sind, oft von weniger Qualität und Umfang als die in Google Plus. Die Plusser scheinen’s länger, intelligenter und besonderer zu mögen. Außerdem gehen wertvolle Nachrichten nicht gleich unter, denn auf Google Plus hab ich einfach nicht so viele “Freunde” wie auf “Facebook” – und das aus gutem Grund. Außerdem setzte ich mich mit dem Webmaster Friday auseinander – einer Aktion, der ich mich im nächsten Jahr auch gerne mal wieder öfter zuwenden würde und was ich mit diesem Blogrückblick auch mal wieder getan habe.
Juli
Im Juli bekam ich mein iPad 2 geliefert. Ein Gadget, das es mir möglich macht, auf Reisen auf den Laptop verzichten zu können. Doch ich muss zugeben, auch die anfängliche Euphorie ist gewichen. Im Moment bin ich sehr auf einen ruhigen Feierabend bedacht und habe gelernt, elektronische Geräte abends bzw. nachts auch mal wieder auszuschalten.
Außerdem lernte ich Blogger und Twittermenschen aus Karlsruhe persönlich kennen, wie z. B. den Felix, die Melly und den Andi.
August
Ich war mit meinen Eltern im Urlaub (das erste Mal seit 10 Jahren wieder, wenn ich mich nicht verrechnet habe). Und bemerkte, es ist gar nicht so schlimm. “Der Abnabelugsprozess scheint vollzogen zu sein”, merkte mein Vater an. Könnte mir sogar gut vorstellen, das zu wiederholen, wieder in Kombination mit einem Sport wie Radfahren.
September
Ich begann, regelmäßig zu arbeiten und nach Stuttgart zu pendeln. Die Stadt Karlsruhe bestrafte mich dafür, dass ich mein Rad am falschen Fahrradständer parkte. Außerdem schaffte ich mir einen großen Bildschirm und eine externe Tastatur an – eine andere als geplant, aber die beste, auf der ich je geschrieben habe. Der Tipp kam von Holger.
Oktober
Ich wagte es, dem geschenkten Gaul ins Maul zu schauen und schrieb eine Buchrezension (das sollte ich öfters machen!) und fotografierte den goldenen Herbst.
November
Im November weiß ich gar nicht, was ich alles machte. Ich meldete meine Abschlussarbeit an. Ansonsten verfasste ich nur einen Blogeintrag, den ich sogar bei Felix abgeguckt hatte.
Dezember
Nun, jetzt sind wir im aktuellen Monat angekommen. Ich machte mir selbst wunderbare Geschenke und änderte vor kurzem mein Blog-Theme in eines der Standardthemes von WordPress um. Mir gefällt die hervorgehobene Kommentarzahl, das klare Weiß (Weißraum FTW!) und der klare Header. Dass die Schriftart Helvetica Neue (Light???) ist, macht es nochmal besser.
Wenn ich mir das Jahr auf diese Wenigkeiten reduziert so anschaue, war es definitiv das Jahr der Toolanschaffungen. Mehr Gadgets in einem Jahr geht kaum. Und es zeigt auch, wie Technologie Leben (oder sagen wir mal, weniger dramatisch, Gewohnheiten) verändern kann, die sich aufs Leben auswirken. Es lohnt sich, bei manchen Dingen nicht am Geld zu sparen, man hat einfach länger Freude an Qualität.
Inhaltsmäßig betrachtet, war der Blog ein Versuch mit einigen Blogserien (iPad, Abschlussarbeit, Freitagsfüller, Webmaster Friday), die jedoch mehr oder weniger eingeschlafen sind. Gerne würde ich in 2012 aber noch mal einen Neuanlauf wagen.
Nun, es ist Samstag, der 31.12.2011, wir haben 17 Uhr und mein Leben fühlt sich gut an. So kann es weitergehen.
Guten Rutsch euch!
Ich beuge mich dem Gruppenzwang nicht. Ich erinnere mich nur an die guten Sachen, z. B. die Tage mit dir in Finnland (und auch da verdränge ich die Tränen). Aber 2012 braucht ja noch Potential nach oben…
So WIRD es weiter gehen! Einen gelungenen Start ins Neue Jahr!!!
Grüße! N.
@Jule Diese weniger guten Momente habe ich schon wieder vergessen, obwohl ich noch meinte, daran werden wir uns unser Leben lang erinnern
@Nelja Danke, ich bin guter Dinge!
Also ich habe meinen Rückblick nur gemacht, weil ich durch meinen Blog die Möglichkeit hatte, mich nochmal zu erinnern. Den meisten Kram hätte ich doch schon längst vergessen, ohne Blog. Vor allem die kleinen, aber feinen Ereignisse.
Ich fand Deinen Rückblick sehr interessant und wünsche Dir ein wunderschönes, neues Jahr.
LG
P.S. Das Captcha ist aber nix für Blondinen, wie mich. ;O)